Unterwegs mit den LSK-Fans zum entscheidenden Spiel bei Eintracht Braunschweig II

Mach ich es oder lasse ich es sein? Das war die Frage, die ich mir ein paar Tage gestellt hatte. Ich – der Stadionsprecher des LSK mal mit zu einer Auswärtstour. Warum nicht? Wenn ich mit meinem Freund und Kollegen Stephan König zusammen die Heimspiele begleite, dann hat man keine Zeit um sich groß mit den Fans zu unterhalten und zu erleben wie unsere LSK-Fans wirklich drauf sind. Also fiel die Entscheidung natürlich nicht schwer. Stephan wäre sehr gerne mitgekommen, konnte aber leider nicht. So blieb ihm nur der Live-Ticker und Kreise in seinen Wohnzimmerteppich laufen.

Am Freitagabend um 19:30 Uhr sollte nun bei der U23 von Eintracht Braunschweig dieses Spiel stattfinden. Wie man dort hin kommt war eigentlich klar. Entweder im eigenen PKW oder mit in einem der Fan-Busse. Also schnell mit Marcel Rathmann in Kontakt getreten. Er administriert u.a. bei Facebook die Gruppe „Regionalliga Nord“. Ein ruhiger Typ mit dem gewissen „Schalk im Nacken“, der im Hintergrund die Fans unterstützt. Über ihn habe ich dann einen Platz in einem der Busse für die Fahrt ergattert.

Organisator dieser Busse ist Stefan Hye. Ein  – wie er selber sagt – nicht ganz einfacher Typ. Aber ich habe ihn als einen tollen engagierten Menschen mit sehr viel Herzblut für den LSK kennen und schätzen gelernt. Voller Ideen und Enthusiasmus, wenn es darum geht den LSK anzufeuern. Er ist offen und ehrlich und er hört zu, wenn er nicht gerade den Verein anfeuert.

Gegen 16:10 Uhr war dann Treffen in Wilschenbruch. Glücklicherweise nicht in der Nähe unseres altehrwürdigen Stadions. Dort kann ich noch nicht hin. Also Augen zu und dran vorbei! Dort warteten bereit 4 VW-Busse, die zu jedem Auswärtsspiel von Norbert Dieter bereitgestellt werden, und einige der mitfahrenden Fans. So manchen davon habe ich bereits gesehen oder auch schon kennen gelernt.

Dazu gehört natürlich auch Björn Busch; Buschi – wie wir ihn alle nur rufen. Er ist nicht nur LSK-Fan sondern auch mit ein Herzstück des Vereins. Wenn es ihn nicht gäbe würde es so manche notwendige bauliche Veränderung für den LSK und den Spielbetrieb in der Regionalliga nicht geben. Unermüdlich, Ideenreich und vor allem mega-zuverlässig!!! Aber heute darf er „nur“ Fan sein und das mit der Unterstützung seiner Frau und seiner Tochter, die auch vom LSK-Fieber befallen sind und ebenfalls mitreisen.

Nach dem allgemeinen Begrüßen teilten wir uns auf die Busse auf und los ging es in Kolonne nach Braunschweig. In „meinem“ Bus wurde ich erst einmal über das Bauvorhaben in Bardowick ausgequetscht. Ist ja auch verständlich. Denn wann kann man als Fan mal seine Fragen loswerden, die einen gerade beschäftigen. Die Fahrt war nicht langweilig. Man tauschte sich über viele Dinge aus. Und selbst zu den Abgängen nach der Saison gab es nur positive und verständnisvolle Aussagen. Die Fans sind mit der Mannschaft und den Verantwortlichen im Reinen. Das war eine erfreuliche Erfahrung. Und am heutigen Tag fiebern alle dem hoffentlichen Sieg nach Abpfiff des Spiels entgegen. Selbst während der kurzen Rast überall positive Energie und frohe Hoffnung.

In Braunschweig angekommen konnten wir direkt vor dem Eingang des Gästeblocks parken. Wir enterten unseren „Käfig“ und die Fahnen und Banner wurden angebracht und bereitgelegt. Der Imbiss war der nächste Haltepunkt. Es musste sich gestärkt werden. Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits mit ca. 40 Fans vor Ort und es sollten noch so einige folgen. Der Imbiss war jedenfalls nicht auf so einen großen Andrang eingestellt. Bratwurst gab es keine, aber dicke und gutschmeckende heiße Bockwürste, sowie einige Schokoriegel. Die Wurst war relativ schnell ausverkauft. Aber der „Herr vom Grill“ hatte bereits um Unterstützung und Nachschub gerufen. Zum Spielbeginn waren wir dann ca. 120 Fans (meine Schätzung) und es wurde Stimmung gemacht!

Das Spiel ging für uns schon sehr gut los. Unsere Jungs waren alle sehr konzentriert und engagiert. Das merkte man bei jeder Aktion, so dass die Fans ihr übriges taten und die Mannschaft anfeuerten. Ober-Trommler Stefan Hye hatte wieder einmal Unterstützung. Lothar Schulte – ebenfalls Fan seit Urzeiten – war mit seiner Verlobten dabei und trommelte was das Zeug hielt. Auch dieses Mal hatte Stefan sein Megafon wieder mit dabei. Die Batterien hielten bis zum Ende durch und er war dennoch nicht heiser. Viele der Fans stimmten bei seinen Gesängen und unter dem Trommeln der beiden mit ein. Man spürte, Fans und Team sind eine Einheit.

Viele der Zuschauer in unserem Fan-Block sind mit Privatwagen angereist. Darunter auch eine Gruppe junger Fans aus Himbergen. Eine super Unterstützung, die ebenfalls die anderen mitriss. Wenn es so weiter geht, dann bin ich frohen Mutes dass wir auch wieder einen richtigen Fanklub mit einer großen Fangemeinschaft bei den Heimspielen bekommen.

In der 27. Spielminute erlöste uns dann Oliver Ioannou mit dem Tor des Tages zur 1:0 Führung. Wie so oft verwertete er den zweiten Ball, nachdem Ali Moslehes Schuss noch abgewehrt werden konnte. Wir waren natürlich alle aus dem Häuschen und die Fangesänge wurden noch lauter. Die Polizeibeamten, die zum Beginn der Partie erschienen waren, sind längst wieder verschwunden gewesen.

In der Halbzeit wurde der Imbiss wieder aufgesucht. Mittlerweile gab es auch wieder etwas zu warmes zu Essen. Krakauer waren eingetroffen. Und die hatten es wirklich in sich – sehr lecker! Die beiden im Imbiss versorgten uns sehr gut und es war eine angenehme Atmosphäre. Wenn man sich die gegenüber liegende Seite ansah, so waren nicht gerade viele Fans aus Braunschweig da um ihre Mannschaft anzufeuern. Das sollte uns aber egal sein, denn WIR wollten ja schließlich gewinnen!

Zum Beginn der zweiten Halbzeit machte Braunschweig Dampf. Es kamen aber keine nennenswerten Chancen zustande. Und bei unserer Truppe hatte man eine Zeit lang den Eindruck, sie wollten das 1:0 über die Runden bringen. So blieb uns dann doch hier und da mal die Spucke weg. Vor allem bei der Chance der Braunschweiger kurz vor Schluss der Partie (siehe Video).

 

Als endlich der erlösende Schlusspfiff ertönte gab es kein Halten mehr. Weder auf dem Platz, noch bei uns Fans. Großer Jubel überall und die Mannschaft kam zu uns rüber und lies sich feiern. Und das zurecht!!

danke-fans