LSK-Trainer Gibbah nimmt Stellung

Das sagt er über Neuzugänge, Taktik und Ziele
Artikel vom 23. Februar 2026
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Hallo Tarek, der LSK steht nach 17 Spielen mit 24 Punkten auf Platz 10 der Oberliga, hat 9 Punkte Vorsprung vor den Abstiegsplätzen. Wie zufrieden bist Du bisher? Wie sieht das Saisonziel aus?
Zufrieden ist man als Trainer selten – unser Ziel war und ist es, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Wenn wir also unsere bisherige Ausbeute diesbezüglich bewerten, sind wir im Soll. Dennoch haben wir viele Punkte unnötig liegen lassen. In der Rückrunde wollen wir daher unbedingt den nächsten Step machen und die Spiele, in denen wir ein Chancenplus haben, konsequent auf unsere Seite ziehen.
Du hast bei Deinem Amtsantritt im vorigen Sommer taktische Defizite bei der Mannschaft ausgemacht. Sind die aufgearbeitet?
Zuerst einmal legt natürlich jedes Trainerteam seinen Fokus auf andere Bereiche und unser liegt nunmal auf einer guten Grundstruktur – für mich ist das die Basis jeder erfolgreichen Mannschaft, vor allem im leistungsorientierten Fußball. Diesen Grundstein haben wir in der Hinrunde definitiv gelegt, wobei sich diese Grundstruktur immer weiterentwickelt und ein stetiger Prozess ist. In dieser Zeit gehörten auch schmerzhafte Lernprozesse dazu, die uns im Nachgang natürlich dabei geholfen haben.
Welche Baustellen gibt es weiterhin? Es fällt auf, dass die Defensive mit 27 Gegentoren im oberen Mittelfeld der Liga steht, der Angriff aber mit 22 Toren auf einem Abstiegsplatz rangiert – nur die Schlusslichter Holthausen und Lupo Martini Wolfsburg trafen seltener.
Zahlen lügen nicht und daher kann man aus der Statistik natürlich so etwas herauslesen. Am Ende zählt aber vor allem eines: der Punktestand! Beim Herausspielen von Torchancen sind wir schon auf einem guten Weg – leider lassen wir viele gute Möglichkeiten liegen. Das gilt es für die Rückrunde zu verbessern!
Lässt Du weiter mit einer Sturmspitze spielen? Bisher haben sich Malte Meyer und Jona Prigge abgewechselt. Bleibt es dabei?
Dazu sagen wir natürlich nichts, weil es von so vielen verschiedenen Komponenten abhängig ist – einfach vorbeikommen und mitfiebern!
Manche LSK-Fans wünschen sich eine offensivere Ausrichtung der Mannschaft. Was sagst Du denen?
Ich wünsche mir das auch – nur Wunsch und Realität klaffen aktuell auseinander. All meine vorherigen Mannschaften waren für ihr aggressives Angriffspressing bekannt. Der LSK hat die letzten beiden Jahre ebenfalls hohes Pressing gespielt. Das war aber alles in der Landesliga. Die Oberliga hat ein ganz anderes Format und da klappt das mal nicht eben so – das zeigte uns das erste Spiel in Heeslingen, aber auch die aktuellen Platzierungen der drei anderen Aufsteiger, die ihre Landesligen ebenfalls nach Belieben dominiert haben. Alle drei Mannschaften stehen auf einem Abstiegsplatz und hatten teils eine sehr offensive Ausrichtung in der Hinrunde. Mir ist es da viel wichtiger, sich neuen Herausforderungen zu stellen, die Gegebenheiten anzunehmen und sich notfalls anzupassen, um so die nötigen Ziele zu erreichen. Und genau das ist doch die Aufgabe eines Trainerteams: Wir müssen die Mannschaft bestmöglich auf die Gegner und Liga vorbereiten!
Torwart Arne Exner sowie die Routiniers Marian Kunze und Nico Hübner haben für kommende Saison zugesagt. Wie weit sind die Gespräche mit anderen Spielern aus dem Kader?
Da bin ich der falsche Ansprechpartner.
Welchen Eindruck haben die Winter-Neuzugänge Anton Beer, Nevio Scheuer und Samir Rabbi bisher hinterlassen?
Alle Neuzugänge haben die Qualität des Kaders verstärkt. Das ist schon im Training spürbar und vor allem ermöglicht es uns noch mehr Variabilität.
Wie weit sind Gespräche mit Neuzugängen?
Auch dazu kann ich nicht viel sagen.
Auf welchen Positionen wollt Ihr Euch verstärken?
Wir wollen das Grundgerüst natürlich zusammenhalten und keine riesengroße Fluktuation im Kader. Den einen oder anderen Ab- und Zugang wird es natürlich immer geben. Daher schauen wir uns natürlich in allen Mannschaftsteilen um.
Wie läuft die Zusammenarbeit im Trainerteam und mit dem Staff?
Dafür, dass wir in dieser Konstellation zum ersten Mal zusammenarbeiten, läuft es schon ganz gut.
… und wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Vorstand?
Mit dem Vorstand bin ich in einem regelmäßigen, offenen und vertrauensvollen Austausch.
Wie bist Du mit den Trainingsbedingungen im Autohaus-Plaschka-Trainingscenter in der Goseburg zufrieden?
Wir trainieren dort meist auf dem A-Platz, der bisher wirklich in einem super Zustand war. Ich bin gespannt, wie der Platz den Winter weggesteckt hat. Aber ich bin da guter Dinge, dass Buschi & Co. uns da wieder ein tollen Platz herzaubern.
… und wie zufrieden bist Du mit den Bedingungen bei den Heimspielen auf dem VfL-Platz an den Sülzwiesen?
Erst einmal bin ich froh, dass wir dort überhaupt spielen können. Natürlich haben vor allem die Gegner sich immer über die Platzverhältnisse beschwert, dennoch können wir daran nicht viel ändern. Durch den neuen Kunstrasenplatz, der übrigens ein richtiger Leckerbissen ist, wird der Rasenplatz sicherlich etwas entlastet.
Welche Verbesserungen wünscht Du Dir bei den Vereinsstrukturen des LSK?
Ich bin ja noch nicht mal ein Jahr hier, deswegen erlaube ich es mir nicht, jetzt schon Verbesserungen einzufordern und das vor allem öffentlich! Was ich letztendlich zu Protokoll geben kann: Jede Person, die sich hier in diesem Verein engagiert, versucht wirklich alles, um uns das „Fußballerleben beim LSK“ so leicht wie möglich zu machen. Das spürt man jeden Tag!
Wie schaffst Du die Balance zwischen Deiner Familie in Dorfmark, Deinem Beruf als Pressesprecher der Polizei im Heidekreis und dem Lüneburger SK?
Das funktioniert nur mit einer starken Familie im Hintergrund. Vor allem meine Frau wuppt einiges weg, aber auch meine Mutter ist da eine super Unterstützung! Der Rest ist gutes Zeitmanagement.
Das Training in der Winterpause lief unter erschwerten Bedingungen. Wie fit, wie eingespielt geht der LSK in den Saisonendspurt?
Die Jungs behaupten, dass sie sehr fit sind und haben bei der einen oder anderen Einheit, in der es wetterbedingt keine Aussicht auf einen Ball gab, schon gemeckert. Dennoch ist meine Devise in solchen Zeiten klar: Wenn wir schon nicht an der fußballerischen Komponente arbeiten können, dann an der athletischen. Den anderen Teams erging es ja nicht anders. Und dann müssen wir auch mal unsere Komfortzone verlassen und gegen solche Widerstände ankämpfen. Das haben die Jungs aber auch super umgesetzt. Fußball gab es natürlich immer wieder, jedoch nicht so oft, wie wir uns das gewünscht haben. Deswegen wird das natürlich schon ein kleiner Kaltstart – aber für alle Teams. Und beim 2:0 gegen Spelle haben wir ja schon mal einen guten Start hingelegt.
Der LSK und Du haben Deinen Vertrag bis Juni 2027 verlängert. Was sind Deine Ziele für die kommende Saison?
Bevor wir über die kommende Saison sprechen, müssen wir in dieser Saison erstmal die Hausaufgaben machen. Sollten wir den sicheren Klassenerhalt einfahren, wollen wir in der nächsten Saison natürlich den nächsten Step machen. Das bedeutet: Besser abschneiden als in der Vorsaison! Was genau das bedeutet, können wir erst am Ende dieser Saison sagen.
Vielen Dank für das Gespräch, Tarek.
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