125 Jahre LSK: Der Festakt begeistert!

Viele Gäste, viele Highlights, tolle Stimmung bei der Feier im Rathaus
Artikel vom 3. April 2026
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125 Jahre LSK, 125 Jahre Fußballgeschichte in Lüneburg, das feierten rund 125 LSK-Mitglieder und Gäste am 1. April. Beim Festakt im historischen Huldigungssaal des Lüneburger Rathauses gab’s eine Rückschau auf die großen Momente in der Vereinshistorie – und der Abend selbst bot auch große Momente.
„Der Wille, niemals aufzugeben“
Was hat der LSK nicht alles erlebt. Viele Highlights, aber auch Tiefschläge. Darauf verwies LSK-Vorsitzender Raphael Marquardt in seiner berührenden Begrüßungsrede: „Gerade in schwierigen Momenten hat sich immer wieder gezeigt, was unseren Verein ausmacht: Zusammenhalt, Leidenschaft und der Wille, niemals aufzugeben.“
Marquardt übernahm die Verantwortung in einem dieser ganz schwierigen Momente – nach dem doppelten Abstieg, als der LSK zu zerfallen drohte. Er überzeugte Mitstreiter wie Manfred Nitschke, Heiko Kreis und Kay Kirchmann, trat 2023 mit dem neuen Vorstand an. Mit Herz, Leidenschaft und harter Arbeit brachten die Vier und viele Ehrenamtliche den LSK wieder auf Kurs – bis zum Oberliga-Aufstieg 2025.
Marquardt vergaß nicht, allen zu danken – auch Sponsoren wie Wilhelm und Hannes Bruns, Uwe Hünert von Meyer Bau, dem Autohaus Plaschka oder Raphael Buch von uhlsport, auch dem Ehrenvorsitzenden Dietrich Conrad, der so viel für den LSK getan hat. Ein dickes Dankeschön geht auch an die Stadt Lüneburg für die tolle Unterstützung bei der Vorbereitung der Feier.
Was fehlt, ist eine neue Heimat
Bei aller Unterstützung bleibt ein großes Problem: Der LSK braucht neben dem Trainingszentrum Goseburg dringend ein Stadion. Bürgermeisterin Jule Grunau berichtete, dass es mit dem geplanten Sportpark am Bilmer Berg eine Perspektive gebe und lobte am Rande des Festaktes: „Der LSK ist ein sportliches Aushängeschild weit über Lüneburg hinaus. Der Verein ist ein sportliches Zuhause für Generationen von jungen und alten Fußballern, gesellschaftliche Kraft für Integration und ein faires Miteinander.“
„Der LSK braucht ein Stadion!“
Der Landtagsabgeordnete Philipp Meyn, einst Fußballer in der LSK-Jugend, unterstrich die Bedeutung eines neuen Fußballstadions: „Es gilt jetzt wirklich, das Projekt Bilmer Berg voranzutreiben! Das ist eine ganz wichtige Richtungsentscheidung. Dahinter müssen sich jetzt alle versammeln und sagen: Wir brauchen ein Stadion!“ Großer Beifall.
Die stellvertretende Landrätin Dr. Inge Voltmann-Hummes wünschte dem LSK vor allem „das Siegtor im Pokal-Halbfinale am Ostersamstag“ um 16 Uhr gegen Egestorf und den Sprung ins große Finale des Krombacher-Niederachsenpokals.
Peter Hofmann, Kreisvorsitzender der Fußballer, hatte extra seinen Dänemark-Urlaub unterbrochen, um beim Festakt dabei zu sein. Hofmann sagte, er habe ganz großen Respekt davor, was die Ehrenamtlichen geleistet haben, um den LSK 125 Jahre am Leben zu erhalten.
Das fand auch den Beifall der drei Oberbürgermeister-Kandidaten Heiko Meyer, Patrick Pietruck und Frank Soldan sowie der Landtagsabgeordneten Anna Bauseneick, die beim Festakt dabei waren.
Rölckes emotionale Rückschau
Nach den Statements der Gäste aus Politik und Sport war es dem verdienstvollen Erhard Rölcke vorbehalten, Rückschau auf 125 Jahre LSK zu halten. Der LSK-Chronist und Buchautor (u. a. des LSK-Klassikers „Die Jungs von Wilschenbruch“) nahm die Gäste mit auf eine wechselvolle Reise durch die Vereinsgeschichte:
1901: Vereinsgründung.
1905: Umzug nach Wilschenbruch, wo man 109 Jahre blieb.
1921: Bau der historischen Holztribüne.
1946: Schwieriger Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg.
1948: Spiel gegen die Wunder-Elf von Schalke 04 vor 10.000 Zuschauern.
1952: Aufstieg in die Oberliga, höchste deutsche Spielklasse. Punktspiele gegen Werder Bremen, FC St. Pauli, Hannover 96, Holstein Kiel – und ein 1:1 gegen Meister HSV.
1976: Wechsel von Rainer Zobel von Bayern München zum LSK. Beginn eine goldenen Ära.
1980: Aufstieg in die 3. Liga – nach den „Wagner-Festpielen“ (4:3 gegen Neumünster mit 3 Toren des 17-jährigen Karsten Wagner) und dem 1:0 vor 10.000 Fans in Bergedorf.
1992: DFB-Pokal-Spiel gegen den Karlsruher SC vor 6500 Fans.
2000: Erneuter Aufstieg in die 3. Liga mit Spielen gegen Meister Union Berlin, Eintracht Braunschweig, Fortuna Düsseldorf, Preußen Münster und Rot-Weiss Essen.
2001: Die Insolvenz.
2008: DFB-Pokal-Spiel gegen VfB Stuttgart vor 8500 Fans.
2014: Verlust der alten Heimat Wilschenbruch, aber Aufstieg in die Regionalliga. Danach Wanderjahre auf den Sportplätzen beim TSV Bardowick, VfL Lüneburg, TuS Neetze und wieder VfL Lüneburg.
2017: DFB-Pokal-Spiel gegen Mainz 05 vor 4000 Fans.
2022: Abstieg aus der Regionalliga.
2023: Abstieg aus der Oberliga.
2025: Wiederaufstieg in die Oberliga.
Es war eine emotionale Rückschau mit vielen persönlichen Anmerkungen. Man sah Erhard Rölcke an: Da lebt und liebt einer seinen LSK.
Toller Talk mit Zobel, Sievers und Olaidotter
Danach leitete Moderator Albrecht Breitschuh zum nächsten Highlight über. Der NDR-Journalist und Fußballfan aus Häcklingen lud die LSK-Legenden Rainer Zobel, Ralf Sievers und Detlef Olaidotter zur Talkshow ein. Das Trio spielte beim LSK und in der Bundesliga, Zobel und Sievers waren auch LSK-Trainer.
Es wurde eine überaus interessante und muntere Runde. Zobel (246 Profispiele) erzählte gewohnt verschmitzt Anekdoten aus seinen 6 Jahren bei Bayern München und 12 Jahren beim LSK: „Beim Waldlauf fand ich immer eine Wurzel, wo ich umknicken und aufhören konnte.“ Die Kollegen nickten ...
Der begnadete Dribbelkünstler Olaidotter (245 Profispiele) musste sich gegen Zobel verteidigen, weil er früher den Ball nur ungern abspielte: „Rainer, aber wegen mir sind die Leute gekommen.“ Stimmt – Gelächter und Applaus.
Sievers (276 Profispiele) berichtete sehr sympathisch aus seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt und dem FC St. Pauli , aber auch über die wunderbaren Jugend- und die 11 Herrenjahre in Wilschenbruch: „Das hat damals richtig Spaß gemacht!“
Bewegend war, dass alle drei Akteure, die so viel im Profifußball erlebt haben, voller Liebe auf ihre Jahre beim LSK zurückblickten.
Bemerkenswert war, wie sich Zobel, Sievers und Olaidotter nachdrücklich für ein Stadion in Lüneburg einsetzten (siehe Video auf der LSK-Facebook-Seite). Toller Talk mit grandiosen Gästen!
Diese ewige Verbundenheit mit dem LSK zeigte sich auch daran, dass fast die gesamte Aufstiegsmannschaft von 1980 beim Festakt war: Torwart Helmut Krause, Alfred Warsitzka, Rainer Zobel, Wolfgang Bubolz, Karsten Wagner, Wolfgang Fleske, Ralf Sievers, Roland Ulbrich, Martin Stäcker und Co-Trainer Manfred Nitschke.
LSK-Team glänzt auch als Chor
Zum Schluss gab’s noch ein Highlight: Die zuletzt so erfolgreiche Oberliga-Mannschaft lief in den neuen „125 Jahre LSK“-Trikots auf, die vom Ausrüster uhlsport gestaltet und vom Unternehmen webnetz gesponsert wurden. Überraschung: Unsere Spieler traten nicht als Fußballteam auf, sondern als Chor!
„Ich habe viermal mit ihnen geübt. Die Jungs waren erst unsicher, aber dann haben sie begeistert mitgemacht und wurden immer besser“, berichtete Nicole Maack, hauptberufliche Chorleiterin und ehemalige Fußballmanagerin aus Bardowick. Das Ergebnis ließ sich wirklich sehen und hören!
Verstärkt vom Vorstand sangen unsere Kicker die alte Vereinshymne „Die Jungs vom Wilschenbruch“, ein Evergreen aus dem Aufstiegsjahr 1980. Nicole Maack hatte auch eine paar Showelemente eingebaut wie den Balljongleur Samir Rabbi. Eine perfekte Show!
Das Publikum war begeistert, forderte: „Zugabe! Zugabe!“ Dafür war aber keine Zeit, die Jungs mussten zum Training – schließlich wartet das Halbfinale.
Da hatten es die Gäste des Festakts besser: Der LSK lud nach der Veranstaltung zum Umtrunk mit Dachs-Bier und köstlichem Buffet ein. Da zeigte sich in vielen Gesprächen, wie sehr unser Verein in der Stadtgesellschaft verankert ist, welchen Stellenwert er in Lüneburg hat.
Ja, es sind Wochen voller Höhepunkte beim 125-jährigen LSK. Es geht Schlag auf Schlag: Erst der Festakt. Ostersamstag der Pokalhit. Ostermontag die Feier zum 90. Geburtstag von Ehrenpräsident Dietrich Conrad. Am 11. April das nächste Heimspiel gegen TSV Wetschen.
Das alles und der gelungene Festakt zeigen: Der LSK lebt! Dieser Verein lässt sich nicht unterkriegen. Niemals!
Text: Jürgen Poersch
Unten in der Bildergalerie gibt es Fotos vom Festakt.
Ein Video könnt Ihr jetzt auf der LSK-Facebook-Seite sehen: https://www.facebook.com/lueneburger.sk/?locale=de_DE
















