Zum Hauptinhalt springen

LSK-Ikone wird neuer Co-Trainer

Stefan Wolk jetzt auf dem Platz und auf der Bank

Artikel vom 14. Juni 2026

Der Artikel wird präsentiert von:

    Bleibt er oder geht er? Lange stand die Frage im Raum. Jetzt ist die Entscheidung gefallen: Vereinsikone Stefan Wolk (Foto) bleibt beim Oberligisten Lüneburger SK – nicht nur als Spieler, sondern künftig auch als Co-Trainer neben dem bisherigen Co-Trainer Tarek Mencke.

    „Ich bin nicht mehr der Jüngste“

    „Die Entscheidung ist mir tatsächlich schwer gefallen“, sagt Stefan, „rein sportlich muss man es ehrlich betrachten und feststellen, dass ich nicht mehr der Jüngste bin und nicht mehr die Spielzeiten bekomme, die ich immer gewohnt war.“ Zweimal stand „Wolke“ in der abgelaufenen Oberliga-Saison in der Startelf, zweimal wurde er eingewechselt.

    Aber der 36-Jährige sagt: „Mir macht es einfach immer noch viel Spaß, am Wochenende auf dem Fußballplatz zu stehen und um Punkte zu spielen und zu kämpfen.“ Häufig half Stefan auch in der 2. Mannschaft in der Kreisliga aus – dafür war er sich nie zu schade.

    Im Jahr 2004 war der Bleckeder vom VfL Lüneburg zum LSK gekommen. Mit zweijähriger Unterbrechung beim SV Drochtersen/ Assel (2015–2017) spielt Stefan seitdem beim LSK.

    „Ich hänge am Verein und den Menschen“

    Er sagt: „Das Sportliche sollte als leistungsorientierter Fußballer wohl das ausschlaggebende Argument sein, ist es bei mir aber nicht. Bei der Entscheidung, noch ein Jahr beim LSK zu bleiben, ging es mir viel mehr darum, dass ich unfassbar doll an dem Verein und den Menschen hänge – Mitspielern, Betreuern, Ehrenamtlichen und Fans, die sogar aus Namibia regelmäßig anreisen.“

    Auch das Team spielt eine große Rolle fürs Weitermachen: „Die aktuelle Mannschaft besteht aus einem tollen Mix. Zu den erfahrenen Männern haben wir in den letzten ein, zwei Jahren sehr spielstarke Akteure im mittleren Alter dazubekommen, außerdem richtig vernünftige und lernwillige Talente mit einer überragenden Grundausstattung und sehr viel Potenzial.“

    Wolke lobt die Atmosphäre im Team: „Noch schöner fand ich es aber, zu erleben, wie sehr sie daran interessiert sind, ihre Rollen in der Gemeinschaft sowohl auf als auch neben dem Platz zu finden und auszufüllen. Die Gemeinschaft und das Vertrauensverhältnis in der Truppe und auf dem Platz war in der letzten Saison außergewöhnlich.“

    Dazu trägt Wolkes „Vorgesetzter“ maßgeblich bei: „Coach Tarek Gibbah macht einen überragenden Job und ist sehr umgänglich.“

    „Ein Urgestein bleibt erhalten“

    Der Trainer gibt das Kompliment gern zurück: „Mit Stefan bleibt dem LSK ein echtes Urgestein erhalten. Er kennt den Verein wie kaum ein anderer und genießt innerhalb der Mannschaft enormes Ansehen. Er ist ein Typ, der Verantwortung übernimmt, seine Meinung klar vertritt und kein Blatt vor den Mund nimmt – genau solche Persönlichkeiten braucht eine funktionierende Mannschaft.“

    Der Coach weiß um Stefans Probleme: „In der vergangenen Saison hatte er zunächst mit körperlichen Problemen zu kämpfen und konnte deshalb erst in der Rückrunde richtig dabei sein. Wenn wir ihn gebraucht haben, war Stefan da und hat gezeigt, dass wir uns jederzeit auf ihn verlassen können.“

    „Stefan gibt Orientierung“

    Was Gibbah von Wolk erwartet: „Gerade für unsere vielen jungen Spieler ist seine Erfahrung von unschätzbarem Wert. Er gibt Orientierung, lebt die richtige Mentalität vor und hilft den Jungs mit seiner direkten Art bei ihrer Entwicklung. Deshalb freue ich mich sehr, dass Stefan auch in der kommenden Saison Teil unseres Weges bleibt. Darüber hinaus wird er noch mehr Verantwortung übernehmen und uns als spielender Co-Trainer unterstützen – eine Rolle, die zu ihm passt und von der wir alle profitieren werden.“

    „Die Verluste kompensieren“

    Stefan ist schon voll im Co-Trainer-Modus: „Jetzt gilt es, die personellen Verluste bestmöglich zu kompensieren und die Lücken durch Entwicklungsschritte der Jüngeren und punktuelle Neuzugänge zu füllen. Ich hoffe, dass ich als Spieler auf dem Platz und in der Doppelfunktion als Co-Trainer dabei helfen kann, die jungen Spieler und Neuzugänge bestmöglich zu integrieren und in ihrer Entwicklung voranzubringen. Natürlich möchte ich das in sportlicher, aber noch viel mehr in zwischenmenschlicher und mentaler Hinsicht.“

    „Sie tritt mir täglich in den Hintern“

    Und es gibt noch einen Grund für Wolkes Verbleib: „Als letzter ausschlaggebender Punkt ist noch entscheidend, dass meine Freundin aus ihrer Heimat zu mir gezogen ist und mich bei allen sportlichen Entscheidungen zu 100 Prozent unterstützt. Zudem tritt sie mir täglich in den Hintern, damit ich zur neuen Saison in einer herausragenden Form sein werde.“

    Text + Foto: Jürgen Poersch