Erst HSV, Mailand und Bayern – jetzt beim LSK!

Transfer-Hammer: Borges unterschreibt beim Oberligisten
Artikel vom 10. Juli 2026
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Königstransfer – ein oft strapaziertes Wort, aber in diesem Fall ist es angebracht. Dem LSK ist ein besonderer Transfercoup geglückt: Lenny Borges (25) spielte einst beim HSV, beim AC Mailand und bei Bayern München – jetzt wechselt er von Holstein Kiel zum LSK!
„Lenny hat bei uns einen Vertrag unterschrieben!“, melden LSK-Vorsitzender Raphael Marquardt, Sportchef Manfred Nitschke und Vorstand Heiko Kreis. Die Freude über den Wechsel-Hammer ist den unermüdlichen LSK-Machern anzumerken. Sie haben schon einige bemerkenswerte Transfers eingefädelt, aber der Borges-Coup ist ihr bisheriges Meisterstück.
AC Mailand zahlte 1 Million Euro
Lenny ist Sohn des ehemaligen LSK-Top-Liberos Sascha Borges und Bruder von Philipp Borges (TuS Neetze). Früh galt Lenny als Top-Talent, wechselte 2011 mit 10 Jahren aus der LSK-Jugend zum HSV.
Aufsehenerregend im Jahr 2019 sein Wechsel zum AC Mailand. Der 21-fache italienische Meister kaufte damals Europas größte Talente und überwies für den Jugend-Nationalspieler 1 Million Euro Ablöse an den HSV!
„Sie haben mich bei einem DFB-Turnier beobachtet. Danach rief mich AC-Sportdirektor Paolo Maldini an und hat mich nach Mailand eingeladen. Ich bin hingeflogen und habe unterschrieben“, erinnert sich Lenny.
Doch in Mailand lief vieles schief. „Gleich in der ersten Saison gab es den Corona-Lockdown, sechs Monate kein Fußball.“ Lenny wurde zum FC Bayern München II ausgeliehen, spielte in der dritten Liga. Doch dann eine schwere Knieverletzung und Operation. AC Mailand holte ihn zurück in die Reha. 13 bittere Monate Pause.
Training mit Zlatan Ibrahimovic
Das dritte Jahr lief gut für Lenny. „Ich durfte ein paar Monate bei den Profis mittrainieren.“ Da spielten zu der Zeit Weltstars wie Zlatan Ibrahimovic, Theo Hernandez und Brahim Diaz. „Alles coole Jungs, die haben mich toll aufgenommen“, erinnert sich Lenny gern zurück. Doch der Traum von der Serie A erfüllte sich nicht. Viel zu groß die Konkurrenz.
Lenny wollte zurück nach Deutschland, bekam aber vom DFB ein halbes Jahr Wechselsperre. Er ging im Winter 2023 zu Holstein Kiel. Aber eine Muskelverletzung stoppte ihn drei Monate. Als er endlich fit war, der nächste Schlag. Wieder das Knie, wieder OP. „Da war ich nochmal ein Jahr raus.“
Lenny schaffte den Anschluss, trainierte mit den Kieler Profis. Doch am Ende riet ihm Trainer Tim Walter, nach den vielen Verletzungen einen Verein zu suchen, bei dem er Spielpraxis bekommt.
„Die lange Verletzungsgeschichte von Lenny, so tragisch sie war, hat letztlich dazu geführt, dass wir ihn überhaupt verpflichten konnten“, weiß Raphael Marquardt sehr wohl.
Es gibt aber noch andere Gründe, warum der Transfercoup zustand kam. „Ich wollte vor allem den Spaß am Fußball wiederfinden – und genau das habe ich beim LSK. Das ist ein tolles Team, ich bin überrascht von der hohen Qualität der Spieler“, sagt der Mann, der einst mit dem großen Ibrahimovic trainierte.
„Endlich wieder zuhause“
Noch ein Grund, warum es gerade passt mit dem LSK: „Ich bin endlich wieder nahe bei meiner Familie in Lüdersburg. Mit 10 Jahren bin ich von zuhause weggegangen, war seitdem selten daheim. Auch darauf freue ich mich sehr.“
Was ist kommende Saison drin mit dem LSK? „Das sehe ich sehr positiv. Aber ich bin immer dafür, auf dem Teppich zu bleiben, nicht gleich hohe Ziele auszugeben“, sagt der 1,85 Meter große Außenbahnspieler.
„Lenny kann Spiele entscheiden“
LSK-Trainer Tarek Gibbah ist natürlich begeistert: „Mit Lenny ist uns ein echter Transfercoup gelungen! Er hat in den bisherigen Trainingseinheiten und Testspielen bereits angedeutet, warum wir uns am Ende so sehr um ihn bemüht haben. Er bringt Qualitäten mit, die den Unterschied ausmachen können und werden. Mit seiner Dynamik, seinem Durchsetzungsvermögen und seinem Abschluss besitzt er Fähigkeiten, Spiele zu entscheiden.“
Der Coach ist auch von Lennys Charakter angetan: „Was mich mindestens genauso freut, ist seine menschliche Art. Lenny hat sich vom ersten Tag an hervorragend integriert und passt mit seiner Mentalität perfekt zu unserem Weg. Wir suchen Spieler, die nie satt sind, immer mehr wollen und jeden Tag bereit sind, an ihre Grenzen zu gehen. Genau das verkörpert Lenny.“
„Ein neues sportliches Niveau“
Tarek Gibbah ist überzeugt: „Lenny Borges wird unsere Mannschaft sportlich nochmal auf ein neues Niveau heben.“
Die LSK-Fans dürfen sich genau wie Trainer, Mitspieler und Vorstand auf diesen sympathischen Ausnahmespieler freuen. Lieber Lenny, wie schön, dass Du Dich für unseren Verein entschieden hast. Herzlich willkommen in der LSK-Familie!
Text + Fotos: Jürgen Poersch



