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Stadionbau soll 2028 starten

Gute Nachrichten auf der LSK-Mitgliederversammlung

Artikel vom 4. August 2026

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    Endlich gibt es eine konkrete Aussage: „Baubeginn für das Stadion im Sportpark Bilmer Berg soll im Jahr 2028 sein.“ Das kündigte Matthias Rink gestern Abend an. Der Lüneburger Stadtkämmerer und Dezernent für Kultur, innere Verwaltung und Sport war zusammen mit Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch zu Gast bei der Mitgliederversammlung des Lüneburger SK.

    Nachdem LSK-Vorsitzender Raphael Marquardt die Gäste im vollbesetzten Saal der Gaststätte „Hasenburg“ begrüßt hatte, ging’s gleich ans Eingemachte. Er übergab an die Oberbürgermeisterin. Die betonte zunächst: „Beim Sport vor Ort wird herausragende Sozialarbeit geleistet, gerade auch beim LSK.“ Das unterstrich LSK-Jugendleiter Martin Wilke: „Bei uns spielen 200 Kinder aus 24 Nationen Fußball.“ Claudia Kalisch dankte allen Ehrenamtlichen in diesem Bereich.

    Dann kam sie zum „großen Fußball“ und sprach dem LSK Respekt für die Vorbereitung des DFB-Pokal-Spiels gegen Werder Bremen aus: „130 Seiten Auflagen vom DFB, das bringt ja schon einen Profiverein an seine Grenzen. Aber Sie stemmen das große Event als Amateurverein mit einem ehrenamtlichen Team. Ein großes Dankeschön! Ich bin am Millerntor dabei!“ Viel Beifall für einen sympathischen Auftritt.

    Den warmen Worten folgten harte Fakten. Dafür ist Dezernent Mattias Rink zuständig. Er ist bekannt für klare Ansagen und enttäuschte nicht. Rink holte etwas aus: „Ab 2025 haben wir erstmal die Sportgremien zusammengeführt und einen Sportentwicklungsplan auf die Beine gestellt. Den hat der Rat der Stadt gebilligt – einstimmig. Das war ein wichtiger Meilenstein, denn darin ist festgelegt, welche Prioritäten es im Sport der Hansestadt gibt.“

    Dann erklärte Rink an die Adresse derer, die das Projekt in Social-Media-Kommentaren anzweifeln: „Es gab einen zweiten wichtigen Beschluss. Im Mai hat der Rat wieder einstimmig entschieden, dass die 2,8 Millionen Euro, die das Land Niedersachsen zur Verfügung stellt, ausschließlich für den Bereich Sport einzusetzen – und zwar für die Sportanlage der LSV, die Laufbahn beim MTV Treubund und den Sportpark Bilmer Berg.“

    Außerdem, so Rink, habe man die „Arbeitsgruppe Bilmer Berg“ eingerichtet, in der die Stadtvereine, der Sportbeirat und der Verpächter der Fläche „hervorragend zusammenarbeiten“. In dieser AG wurde festgelegt, welcher Bedarf für die Pachtfläche (64.000 Quadratmeter) im Südosten des neuen Gewerbegebiets besteht. 

    Ein Stadion mit 2500 Plätzen

    Ergebnis: Entstehen soll im ersten Bauabschnitt ein Stadion mit 2500 Sitz- und Stehplätzen, einer Tribüne sowie Platz für Zusatztribünen bei großen Events. „Ausgelegt auch für Regionalliga-Fußball und höher – oder für Konzerte. Denn dort kann man, anders als auf den Sülzwiesen, auch richtig Krach machen“, so Rink. 

    Dazu zwei weitere Fußballplätze (ein Rasen- und ein Kunstrasenplatz) fürs Training und für die Jugend, eine Kampfsporthalle für den KSL, ein Vereinsheim, Umkleidekabinen, Duschen, Parkplätze und sportliche Freizeitangebote, die öffentlich zugänglich sind. Auch eine Bushaltestelle ist geplant. Das alles zeigte Rink anschaulich auf der Leinwand. Und er betonte: „Das haben wir in der AG einvernehmlich mit den Vereinen entwickelt. Die beteiligen sich aktiv, so kann es gut werden.“

    „Diesem Entwurf hat der Sportausschuss zugestimmt“, sagte Matthias Rink, „wir sind bereits mit einem Planungsbüro im Gespräch.“ Das ermittelt, ab wann genau gebaut werden kann, wie lange das dauert, was es kostet. „Ende dieses Jahres werde ich dem Rat die Ergebnisse vorstellen.“

    „Zweistelliger Millionenbetrag“ 

    Auf Nachfrage legte sich der Sportdezernent aber schon fest: „Zielstellung der Verwaltung ist: Baubeginn 2028.“ Und die Kosten? „Das wird bis Jahresende ermittelt. Ich rechne mit einem zweistelligen Millionenbetrag und hoffe, dass vorne nicht eine 2, sondern eine 1 steht“, so Rink. Es sei wichtig, Partner zu finden, die sich an dem Projekt beteiligen. „Die Stadt ist finanziell bekanntlich nicht auf Rosen gebettet.“

    Die Befürchtungen, ein neuer Rat könnte nach den Wahlen im September anders entscheiden, teilt Rink nicht. Zunächst habe es schon einstimmige Beschlüsse für den Sportpark gegeben, außerdem seien die Vorbereitungen mit breiter Unterstützung der Vereine so weit und so gut gediehen, dass ein neuer Rat das Projekt nur schwer torpedieren könne – zumal es eine klare Ansage vom Verpächter gebe, das Projekt schnell umzusetzen, weil der günstige Pachtzins sich sonst erhöhen würde. 

    Parteien stehen hinter dem Projekt

    Auch Claudia Kalisch fürchtet keinen Stimmungswandel im Rat – egal wie die Wahl ausgeht: „Es gab bisher eine breite Mehrheit der Parteien für das Projekt, warum sollten sie ihre Meinung nach der Wahl ändern?“

    Das unterstrich Philipp Meyn, Vorsitzender des Kreissportbunds und SPD-Landtagsangeordneter: „Der Lüneburger Sport spricht endlich mit einer Stimme. Das ist wichtig, um solche großen Projekte zu wuppen. Es gibt dabei auch eine überparteiliche Geschlossenheit. Die SPD steht hinter dem Projekt! Das habe ich im Rat auch von den anderen Parteien wahrgenommen. Ohne den sportlichen Erfolg des LSK hätte das Projekt nicht so viel Dampf. Wir sehen uns auf dem Kiez!“

    Und Meyn dankte dem LSK-Vorstand: „Unglaublich, was Ihr seit Eurem Amtsantritt auf die Beine gestellt habt.“ Riesenapplaus! 

    „Ich bin nicht der Sympathischste, …“

    Rink versprach den LSK-Mitgliedern: „Wir haben alles auf die Schiene gesetzt, damit die Sache Geschwindigkeit aufnimmt. Ich bin von dem Projekt total überzeugt. Und glauben Sie mir, ich bin nicht der Sympathischste, wenn es gilt, Druck aufzubauen.“ Die Oberbürgermeisterin nickte.

    In der Tat versprühte der sportbegeisterte Dezernent mit seinem Vortrag viel Energie, Durchsetzungswillen – und letztlich Aufbruchstimmung. Rink vermittelte den Eindruck, dass er der richtige Mann auf dem richtigen Platz ist, um das Projekt Stadion endlich umzusetzen: „Jetzt müssen alle an einem Strang ziehen! Bitte keine Steine ins Getriebe werfen, damit dieses überragende Projekt für Lüneburg gelingt und wir alle stolz darauf sein können.“

    „Am besten gegen Bayern München“

    Als glühender Fußballfan bedauerte Rink außerordentlich, dass er das Spiel gegen Werder verpasst: „Da bin ich im Urlaub.“ Nun hofft er, dass der LSK die Bremer schlägt, sodass er in der 2. Runde dabei sein kann: „Am besten gegen meinen Lieblingsverein Bayern München.“ LSK-Chef Raphael Marquardt versprach schmunzelnd: „Wir arbeiten Tag und Nacht daran.“

    So, das war ein ziemlich langer Text, bei dieser so wichtigen Sache sicher mal nötig. 

    Den Rest der Versammlung deshalb im Kurzdurchgang: 

    1. Die Kassenprüfer hatten keine Beanstandungen, Entlastung einstimmig. 
    2. Die sportliche und wirtschaftliche Entwicklung des LSK ist erfreulich. 
    3. Uwe Turré und Sven Maskow sind neue Kassenprüfer. 
    4. Die Jugendabteilung boomt.
    5. Das DFB-Pokal-Spiel LSK gegen Werder Bremen ist mit fast 30.000 Zuschauern ausverkauft.
    6. LSK-Aktivist Björn Busch ruft die Mitglieder zu Arbeitseinsätzen in der Goseburg auf.
    7. Ende des Jahres gibt es eine Jahreshauptversammlung, auf der wichtige Beschlüsse wie der neue Vereinsname anstehen.

      Wir sehen uns heute Abend bei der Premiere des grandiosen LSK-Films „Leones“ im Lüneburger Filmpalast! 

    Text + Fotos: Jürgen Poersch