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Was für ein grandioses Fußballfest!

LSK liefert Werder beim 0:3 großen Kampf

Artikel vom 23. August 2026

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    9000 LSK-Fans und 20.000 Werder-Fans hatten sich ein Fußballfest erhofft – und es wurde ein Fest! 0:3 unterlag Oberligist Lüneburger SK dem SV Werder Bremen, lieferte dem Bundesligisten einen großartigen Kampf und eroberte die Herzen.

    Gänsehaut pur beim Lüneburg-Lied live

    Das erste Gänsehaut-Feeling schon vorm Anpfiff. Mirko Heil sang im Stadion live die Stadthymne „Ich bin ein Lüneburger“ – und 9000 sangen inbrünstig mit. Faire Geste der Bremer Fans: Sie pfiffen oder störten nicht, sondern gönnten den Lüneburgern diesen einzigartigen Moment.

    Dann liefen die Teams ein, und es brach ein Orkan los. 20.000 Bremer auf Gegengerade und Südkurve tobten, zündeten Pyro in Grün-Weiß. 

    Choreo in Schwarz-Weiß

    Doch die LSK-Fans um Horst Emonds hielten lautstark dagegen, enthüllten eine 25x10 Meter große Choreo: „Auf geht’s, Lüneburger Jungs! Kämpfen und siegen!“ Großartige Stimmung am Millerntor!   

    Werder-Trainer Daniel Thioune ging null Risiko ein, brachte alle Asse. Im Tor stand der österreichische Nationaltorwart Schlager, vor ihm verteidigte Nationalmannschaftskollege Friedl, im Mittelfeld stand Neuzugang Reis (Ex-HSV) neben dem dänischen Nationalspieler Stage, vorne stürmte Neuzugang Niclas Füllkrug, deutscher Ex-Nationalstürmer, später Neuzugang Itten, Schweizer Nationalspieler.

    Werder mit allen Nationalspielern

    Was für ein Aufgebot! Da hätte den LSK-Spielern angst und bange werden können. Wurde aber nicht. Leidenschaftlich angefeuert von den 9000 Fans ging der LSK gut sortiert und mit Schärfe in die Zweikämpfe. Jedes gewonnene Duell wurde frenetisch gefeiert.

    „Lüneburg hat sehr couragiert verteidigt, das hatten wir uns einfacher erhofft“, lobte Thioune den Gegner nach Abpfiff. 

    Werder bestimmte zwar das Spiel, erwartbar bei vier Klassen Unterschied. Doch bis auf zwei Chancen am Beginn kam nicht viel heraus. So musste in der 11. Minute ein Eckball her, den Stage unhaltbar zum 0:1 einköpfte.

    Hängende Köpfe? Keine Spur! Der LSK fightete weiter. Die Innenverteidiger Tom Muhlack und Wilson Pinto Coelho machten ein überragendes Spiel gegen die Nationalspieler Itten und Füllkrug. Die LSK-Außenverteidiger Raphael Thinius und Nico Hübner hatten ihre Gegenspieler meist im Griff. Im Mittelfeld lieferte LSK-Nationalspieler Leon Perera eine Topleistung ab.

    So hielt der LSK das 0:1 zur Pause. Ganz stark! Die Mannschaft wurde begeistert in die Kabine verabschiedet.  

    Tränen beim Abschied von Pauer 

    Zwei Highlights in der Halbzeit: Erst ehrte Jörn Heise vom NFV unseren LSK für sein 125-jähriges Bestehen. Dann wurde Abwehr-Ikone Tomek Pauer nach neun Jahren LSK verabschiedet. Es flossen Tränen im Beifallssturm. Ein wunderbarer, ein hochverdienter Abgang.

    Der LSK kam unverändert zurück aus dem rotleuchtenden Pauli-Tunnel, wurde begeistert empfangen. Thioune war unzufrieden mit der Torausbeute, brachte den spanischen Neuzugang Chuki und Erevbenagie. 

    Füllkrug mit Elfmeter zum 0:2

    Werder blieb spielbestimmend, der LSK wehrte sich. So brauchten die Bremer wieder einen Standard. Muhlack trat Stage im 16er auf die Ferse, Füllkrug verwandelte den Elfmeter in der 53. Minute zum 0:2.

    Scheuer trifft den Pfosten!

    Sollte es jetzt doch eine Packung geben? Nein! Der LSK hielte das Bundesliga-Tempo weiter mit. Er hatte in der 74. Minute sogar seine beste Chance. Nevio Scheuer zog aus 20 Metern ab – der Ball streifte den Pfosten! Das hätte nochmal spannend werden können. Doch ein unglücklich abgefälschter Schuss von Reis schlug zum 0:3 (76.) ein.

    Dieses Ergebnis brachte der LSK mit letzten Kräften ins Ziel. Als die hervorragende Schiedsrichterin Fabienne Michel abpfiff, waren sich alle einig: Das war ein großartiger Tag! Für die Bremer, weil sie nach 14 Erstrunden-Niederlagen gewonnen hatten. Für die Lüneburger, weil sie den Profis einen großen Kampf geliefert und das Publikum mitgerissen hatten.  

    Der LSK hat das Riesenevent gewuppt

    Auch die LSK-Verantwortlichen sanken sich erschöpft, aber glücklich in die Arme, weil sie wussten: Wir hatten zwei Monate Megastress, aber haben diese enorme Herausforderung mit unseren Ehrenamtlichen bewältigt und das Ding gewuppt! Das Großevent ist reibungslos über die Bühne gegangen. Hut ab! 

    „Wir machen keine wilden Sachen“

    Ein schöner Batzen Geld bleibt nach Abzug der immensen Kosten übrig. „Wir werden aber keine wilden Sachen machen, sondern vor allem in die Infrastrukur im Trainingszentrum Goseburg investieren“, sagte LSK-Vorsitzender Raphael Marquardt gleich. 

    Der Dank geht an alle Helferinnen und Helfer: an unseren Vorstand mit dem unermüdlichen Marquardt und seinen Kollegen Heiko Kreis, Manni Nitschke und Kay Kirchmann, an unser Medienteam mit Jürgen Poersch, Stefan Großmann, Charlotte Hoppe und Pärja Großmann, an das gesamte Orga-Team mit Thomas Wiebe, Jörg Harder, André Müller, Björn Busch, Marco Schulze, Michi Lührs, Martin Wilke und Daniel Wenzlaff, an die Fußballfrauen vom TSV Gellersen, an Stadionsprecher Albrecht Breitschuh, an Innenraum-Moderator und DJ Henning Juhre, an unsere  Einlaufkinder und Ballholer, an Sänger Mirko Heil und alle anderen, die an den Ausgabestellen und Verkaufsständen mitgeholfen haben. 

    Dank ans tolle Helferteam

    Dank auch an die coolen Jungs vom FC St. Pauli (Sven , Heiko, Patrick, Martin, Hauke, Torben, Andi u. a.), die uns so super unterstützt haben. Und an Fiona Dittmann und Lucian Pingel vom DFB für die überragende Zusammenarbeit.

    Sie alle haben neben Spielern, Trainerteam und Staff dazu beigetragen, dass wir diesen wunderbaren, unvergesslichen Tag erlebt haben. Es war das größte Spiel aller Zeiten – für den LSK und für Lüneburg. Nie zuvor waren fast 30.000 Fans beim Spiel einer Lüneburger Mannschaft. Und niemand hat sein Kommen bereut.

    „Der LSK hat sich phantastisch präsentiert!“

    Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch war im Stadion und umarmte Trainer Tarek Gibbah nach Abpfiff. Sie sagte: „Wir haben uns auf ein Fußballfest gefreut und Ihr habt uns ein Fußballfest geschenkt. Gefühlt war die halbe Stadt am Millerntor, was für eine großartige Atmosphäre! Der LSK hat sich phantastisch gegen den Bundesligisten präsentiert! Danke an den gesamten Verein für diesen Nachmittag.“

    Ein langer Weg mit Happy End

    Schönes Schlusswort für einen wunderschönen Tag! Es war ein langer Weg – vom 4:3 in Krähenwinkel über die Siege in Hildesheim, gegen Egestorf und dem „Wunder von Barsinghausen“, als der LSK im NFV-Pokal-Finale nach 0:3-Rückstand 10:9 im Elferschießen gegen Bersenbrück gewann. Der Weg endete am Millerntor mit dem 0:3  gegen Werder Bremen – es war ein Happy End!  

    Lüneburger SK: Exner – Thinius (62. Tappe), Muhlack, Pinto Coelho, Hübner – Perera, Gründker (79. Wolk) – Kunze, Scheuer (79. Ratzeburg), Borges (62. Weishaupt) -- Dörr (57. Meyer)

    Werder Bremen: Schlager – Schmetgens, Pieper, Friedl, Deman – Lynen (46. Chuki) – Njinmah (73. Grüll), Stage (84. Musah), Reis, Mbangula (46. Erevbenagie) - Füllkrug (60. Itten) 

    Es gibt später noch viele Bilder und Filme vom Millerntor und die Trainerstimmen aus der Presskonferenz. 

    Text: Jürgen Poersch
    Foto: Charlotte Hoppe