Ein Leuchtturm für Sport und Konzerte

LSK sprach mit André Novotny über Sportpark und Stadion
Artikel vom 29. Oktober 2026
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Wann kommt Lüneburgs neues Stadion? Kommt es überhaupt? Und wenn ja, wo genau kommt es hin? Diese Fragen treiben Fußballfans um – nicht nur beim LSK. Wir haben nachgehakt. Dienstag haben sich LSK-Vorsitzender Raphael Marquardt und LSK-Pressesprecher Jürgen Poersch mit dem Mann getroffen, der mehr weiß: André Novotny, Geschäftsführer der Stiftung Hof Schlüter.
Dieser Stiftung gehören viele Flächen im und am Bülows Kamp, u. a. das 6 Hektar große Gelände am Bilmer Berg, auf dem der Sportpark Lüneburg mit dem Fußballstadion entstehen soll.
Novotny ist mit uns vom Stiftungssitz gleich neben dem Hagener Reitplatz zum Sportpark-Standort gegangen. Wir sind auf einen der riesigen Sandberge geklettert – und da hat er uns gezeigt: „Hier sollen das Stadion und weitere Sportanlagen gebaut werden.“
Schneller Baubeginn zahlt sich aus
In der kommenden Woche hat er einen Termin mit Stadtkämmerer und Fußballfan Matthias Rink, einem großen Förderer des Projekts, sowie Stadtbaurätin Maja Lucht. Dort werden Details des Bauprojekts und Vertragliches geklärt. „Ich hoffe, dass ich da auch erfahre, wann der Bau beginnt“, sagt Novotny.
Bei der LSK-Mitgliederversammlung Anfang August hatten Rink und Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch den Baubeginn für 2028 angekündigt. Doch Novotny drängt auf einen früheren Start: „Wenn der Sportpark steht, wird der Erbbauzins für die Stadt wesentlich günstiger“, sagt er.
Das Sportpark-Projekt ist für André Novotny Herzenssache. Das spürt man, wenn er darüber spricht. Der frühere LSK-Jugendtorwart möchte – im Sinne seiner Stiftung – dass dort am Bilmer Berg etwas Großartiges und Nachhaltiges für den Sport, für die Jugend und die Lüneburger Vereine erwächst.
Neben dem Stadion mit Vereinsheim und Kabinen sind u. a. Trainingsplätze, darunter ein Kunstrasenplatz, eine kleine Halle für den KS Lüneburg und andere Klubs, eine Bogenschießanlage und eine Kegelbahn geplant.
Schon Anfragen von Vereinswirten
„Ich habe jetzt schon zwei Anfragen von Gastronomen, die das Vereinsheim bewirtschaften möchten“, berichtete Raphael Marquardt.
Der LSK-Chef war erstaunt, wie weit die Erschließungsarbeiten schon fortgeschritten sind. Die Straße, der Bürgersteig, die Laternenmasten und die Entwässerungsgräben direkt bis zum Sportpark – alles fast fertig.
Platz für eine Bushaltestelle am Stadion ist vorgesehen. Die Zufahrt für Busse und Autos wird vom Gewerbegebiet Bilmer Berg aus der August-Wellenkamp-Straße nahe Famila zum Sportpark erfolgen. „Später gibt es eine Zufahrt von der Bundesstraße 209“, weiß Novotny.
Straße zum Sportpark fast fertig
Der Verkehr zum Sportpark wird vor allem aus Richtung Famila fließen, weniger aus Richtung Gut Willerding. Von dort ist Novotny bereits angesprochen worden: „Die Anwohner fürchten Lärmbelästigung.“ Aber das ficht ihn nicht an: „Das ist 400 Meter weit entfernt.“
Zum Glück ist diesmal eine Blockade aus Wendisch Evern ausgeschlossen – anders als im März 2021, als die Wendisch Everner den Stadionbau auf ihrem Gemeindegelände per Bürgerentscheid verhinderten. Der Protest war damals maßgeblich von Immobilienbesitzern auf Gut Willerding ins Dorf getragen worden. Doch der neue Standort liegt auf Lüneburger Gebiet, da haben die Wendisch Everner null Mitbestimmungsrecht.
André Novotny hat den erbitterten Streit damals verfolgt. Schon vor der Bürgerbefragung hatte er dem LSK den jetzigen Standort angeboten. Aber Ex-LSK-Präsident Sebastian Becker wollte das Projekt Wendisch durchziehen – mit dem Ergebnis von 630 Nein- und 396 Ja-Stimmen.
Doch Novotny ist ein überaus freundlicher, positiver Mensch. Er tritt nicht nach, sondern streckt die Hand aus: „Ich möchte, dass Rad- und Fußwege von Kaltenmoor, aber auch aus Wendisch Evern zum Sportpark führen. Und ich möchte, dass die Bogenschützen aus Wendisch ihren Platz im Sportpark finden.“ Diese Bogenschützen gehörten übrigens damals zu den Befürwortern des LSK-Stadions.
Für Fußballer, Reiter, Kegler, Bogenschützen, Kraftsportler
Neben Fußballern, Bogenschützen, Keglern und Kraftsportlern sollen auch Novotnys Nachbarn, die Reiter, Platz im Sportpark finden: „Der Reitclub Hagen hat eine riesige Jugendabteilung. Ich denke an einen Reitweg rund ums gesamte Sport- und Gewerbegelände – vier Kilometer lang, da können sich dann auch die LSK-Fußballer Kondition holen“, lacht André Novotny.
Mit ihm hat der LSK, hat der gesamte Sport in Lüneburg einen großen Fürsprecher gefunden. Neben der ehrenamtlichen Tätigkeit als Geschäftsführer der Stiftung Hof Schlüter leitet der Diplom-Ingenieur sein Unternehmen igbv (Ingenieurgesellschaft für Bau- und Vermessungswesen) mit 50 Beschäftigen. Novotny strahlt viel positive Energie aus, hat großartige Ideen und den Willen, seine Visionen umzusetzen.
Verlockendes Angebot abgelehnt
So hat er verlockende Angebote, das Sportpark-Gelände gewerblich zu nutzen, ausgeschlagen: „Uns wurden 400 Euro pro Quadratmeter geboten. Aber dann wäre ein großes Logistik-Unternehmen gekommen – mit vielen LKWs und wenigen Arbeitsplätzen. Man hat uns vorgerechnet, dass wir dann reich wären. Aber das will ich gar nicht. Ich möchte etwas Gutes für Lüneburg schaffen. Hier sollen sich Unternehmen aus der Region ansiedeln.
Und der Sportpark soll ein Leuchtturm in unserer Stadt werden!“
Konzerte im Stadion
Ein Leuchtturm nicht nur für den Sport, sondern auch für die Kultur. Novotny wünscht sich: „Im Stadion sollen Open-Air-Konzerte stattfinden.“ Und dabei strahlt er, als sähe er schon die großen Stars auftreten – so wie in den 90ern, als Tina Turner, Prince, Elton John, Joe Cocker, Rod Stewart und andere Weltstars in Lüneburg auf der Bühne standen. Wunderbare Vorstellungen!
Kostenlose Trikotwerbung als Dank
Als kleines Dankeschön läuft die 2. Mannschaft des LSK in der Kreisliga ab sofort mit dem Schriftzug „Stiftung Hof Schlüter“ auf den Trikots auf. „Das machen wir kostenlos, als Dank für die großartige Unterstützung von André Novotny und der Stiftung“, sagt LSK-Vorsitzender Raphael Marquardt. Novotny findet das klasse: „Tolle Idee und starke Geste vom LSK! Wir freuen, dass wir so noch sichtbarer in unserer Region werden.“
LSK und Stiftung Hof Schlüter – der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?
Text: Jürgen Poersch
Das ist die Stiftung Hof Schlüter
Die gemeinnützige Stiftung Hof Schlüter unterstützt Kinder- und Jugendprojekte in Deutschland sowie Heime, Schulen und Kliniken in der Ukraine – finanziert durch Erbpacht-Einnahmen und Spenden
In Lüneburg bezuschusst die Stiftung u. a. die Lüneburger Tafel, ein Jugendprojekt des Klosters Lüne, das Kinder- und Jugend-Sorgentelefon, die Hausaufgabenhilfe der St.-Stephanus-Gemeinde, das Schulbiologische Zentrum (SCHUBZ), die Jugendarbeit im Reitclub Hagen und die Jugendherberge.
In Bila Zerkwa, 80 Kilometer südwestlich von Kiew, richtete die Stiftung z. B. eine Schlaganfall-Station ein, lieferte Dialyse-Geräte, Krankenhausbetten und ein Röntgengerät für das onkologische Krankenhaus. Denn 40 Jahre nach der Tschernobyl-Katastrophe sind die Spätfolgen in der 23.000-Einwohner-Stadt deutlich spürbar. Die Krebsrate ist hoch. Jedes Jahr lädt die Stiftung Kinder aus armen Familien nach Deutschland ein.
Wie entstand die Stiftung? Der Scharnebecker Bauingenieur Peter Novotny hatte sie 1997 aus dem Vermögen des Ehepaars Lucie und Wilhelm Schlüter gegründet. Als Peter Novotny 2019 überraschend starb, übernahm Sohn André Novotny die Geschäftsführung der Stiftung. Er berichtet: „Meine Mutter Helga Novotny hilft mit 84 Jahren immer noch aktiv mit, genau wie mein Sohn Frederik Novotny.“ Die Stiftung ist bei Novotnys Familienangelegenheit.
Zum Kuratorium gehören der Steuerberater a. D. Dr. Harald Grürman und die Juristin Claudia Wiens. Dieses Kuratorium hat sich einmütig für den Bau des Sportparks ausgesprochen.
Damit die Arbeit der Stiftung läuft, sind viele Ehrenamtliche unverzichtbar, genannt seien stellvertretend die Aktivisten Walter Beck und Michael Ecklebe.
Stiftung bittet um Spenden für Ukraine
Den Menschen in der Ukraine steht wieder ein bitterer Winter bevor, weil Angreifer Putin weiter gezielt die Energiestruktur im Land zerstören lässt.
André Novotny bittet deshalb um Spenden: „Unsere Partnerstadt Bila Zerkwa braucht dringend Instant-Suppen, 5-Minuten-Terrinen, Nudel- oder Kartoffelbecher und haltbare Fertigerichte. Durch ständige Stromausfälle können viele Menschen kaum warm kochen – eine einfache Suppe kann schon Trost, Wärme und Kraft schenken.“
Dringend gebraucht werden auch Hygieneartikel, Winterkleidung, Schlafsäcke, Decken, Taschenlampen, Powerbanks, Kerzen, Feuerzeuge.
Außerdem dringend benötigt: benzinbetriebene Notstromaggregate, die bei Stromausfall eine Grundversorgung ermöglichen.
Zudem schickt die Stiftung wieder Weihnachtspakete für Kinder in die Ukraine. „Die werden von Schülerinnen und Schülern der Herderschule und des Johanneums gepackt. Das ist toll, damit unsere Kinder und Jugendlichen nicht immer nur negative Nachrichten aus der Ukraine hören“, sagt Novotny, „wir wissen, dass wir mit einem Weihnachtspaket den Krieg nicht beenden können. Aber wir können einem Kind zeigen: Du bist nicht vergessen. Menschen hier in Lüneburg und Umgebung haben an Dich gedacht und möchten Dir zu Weihnachten ein wenig Freude schenken.“
Wie kommen die Spenden und Pakete in die Ukraine? „Sie werden von einer ukrainischen Spedition nach Bila Zerkwa gebracht“, erklärt Novotny.
Sachspenden-Abgabe bei der Stiftung Hof Schlüter, Apfelallee 3b, 21337 Lüneburg
Geldspenden bitte auf das Konto der Stiftung Hof Schlüter bei der Sparkasse Lüneburg: DE39 2405 0110 0011 1427 59
Vielen Dank an alle, die den Menschen in der Ukraine helfen!




