Nach Pokalrausch jetzt gegen Wetschen

Samstag geht's im Oberliga-Heimspiel um wichtige Punkte
Artikel vom 10. April 2026
Der Vorbericht wird präsentiert von:
Schlag auf Schlag: Der tolle Pokalerfolg unserer Jungs über Egestorf (2:1) und das damit verbundene Erreichen des Finales am Pfingstsamstag, 23. Mai, gegen Bersenbrück (in Barsinghausen) ist erst ein paar Tage alt, doch schon morgen geht es in der Oberliga um ganz wichtige Punkte. Gast des LSK um 15.30 Uhr auf den Sülzwiesen ist der abstiegsbedrohte TSV Wetschen.
Da die „Kellerkinder" Verden und Wolfenbüttel über Ostern mobil gemacht und jeweils 6 Zähler eingefahren haben, sind sie wieder näher an unsere Schwarz-Weißen herangerückt. LSK-Siege gegen Wetschen und im Nachholspiel bei Lupo Martini am nächsten Mittwoch in Wolfsburg (19.15 Uhr) würden also für reichlich Luft nach unten sorgen.
„Die Spannung bis zum Finale hochhalten!“
LSK-Trainer Tarek Gibbah weiß: „Nach den bislang erfolgreichen Wochen in diesem Jahr und dem absoluten Highlight am vergangenen Samstag mit dem Finaleinzug wartet nun der Ligaalltag auf uns – und der hat es direkt in sich. Mit Wetschen treffen wir auf einen unserer Mitaufsteiger. Wir müssen weiter Punkte sammeln, um nicht doch noch in gefährliche Tabellenregionen zu rutschen. Gleichzeitig gilt es, die Spannung bis zum Pokalfinale hochzuhalten. Denn wenn man diesen Fokus einmal verliert, ist es extrem schwierig, wieder in diesen Modus zu kommen. Genau darin liegt die Herausforderung: Nach solch emotionalen Wochen ist ein Spannungsabbau absolut menschlich. Deshalb habe ich die Trainingswoche am Dienstag – vielleicht zur Verwunderung des einen oder anderen Spielers – bewusst mit einem mahnenden Monolog eröffnet. Uns allen muss klar sein, dass wir bis Mitte Mai noch neun Punktspiele vor der Brust haben – das wird alles andere als ein Zuckerschlecken."
Gegner Wetschen spielte lange Zeit nur auf Kreis- und Bezirksebene, schaffte 2015 aber den Aufstieg in die Landesliga Hannover, die das Team zwei Jahre später jedoch wieder verlassen musste. 2020 erfolgte die Rückkehr. Seitdem gab es in jeder Saison einstellige Plätze in der Abschlusstabelle.
In der Serie 2023/24 verhinderte nur die um zwei Treffer schlechtere Tordifferenz gegenüber dem HSC Hannover den Sprung in die Oberliga. Der wurde in der vorigen Spielzeit aber eindrucksvoll nachgeholt: Mit 11 Punkten Vorsprung auf Eilvese sicherte sich der TSV den Titel und das erste Mal in der Vereinshistorie die Fünftklassigkeit.
Wetschen setzt auf die Jugend
Der Klub aus dem 1900-Seelen-Dorf im Landkreis Diepholz baut vornehmlich auf junge Kicker aus der näheren Umgebung und bildet zusammen mit Rehden und Diepholz seit 2011 einen Förderverein, den JFV RWD. Viele Spieler im Kader kennen sich seit Jahren aus der Jugend, wahrscheinlich auch ein Erfolgsgeheimnis des Teams.
Wetschen möchte sich in der Liga etablieren, daher ist das naheliegende Ziel natürlich der Nichtabstieg. Sollte es am Ende doch nicht reichen, wäre das kein Beinbruch für den Verein, lautet die wohltuend unaufgeregte Einschätzung der sportlichen Situation.
Ins neue Jahr startete die Truppe von Coach Björn Wnuck (seit 1. Januar für Artur Zimmermann im Amt) mit zwei 2:3-Niederlagen (Heeslingen, Braunschweig), an die sich zwei Unentschieden bei Lupo Martini und gegen Spelle-Venhaus anschlossen.
Danach konnten bei Holthausen Biene drei Punkte eingefahren werden, aber am vorigen Wochenende musste das Team eine bittere 1:4-Schlappe gegen Wolfenbüttel verdauen, welche die Situation im Tabellenkeller für den TSV weiter verschärfte.
Momentan steht die Mannschaft auf Rang 14; diese Platzierung würde nur dann den Klassenerhalt bedeuten, wenn es aus der Regionalliga Nord keinen niedersächsischen Absteiger gibt und sich der Zweite der Oberliga in der Aufstiegsrunde zur Regio durchsetzt.
Darauf will man sich aber nicht verlassen, daher alles daransetzen, die Punkte aus Lüneburg zu entführen, um in der Tabelle weiter nach oben zu klettern. Im NFV-Pokal schied das Team im Viertelfinale nach starker Leistung bei Egestorf-Langreder mit 8:9 nach Elfmeterschießen aus.
TSV-Torjäger Raskopp ist brandgefährlich
In der Winterpause wurde mit Torhüter Jascha Tiemann (RW Koblenz) sowie Nico Marten (TV Wagenfeld, offensives Mittelfeld) und Cem Ac (Brinkumer SV, ebenfalls offensives Mittelfeld) Verstärkung geholt. In Moritz Raskopp hat die Mannschaft einen ausgesprochen torhungrigen Angreifer in ihren Reihen, der bereits auf 15 Einschüsse kommt.
LSK-Trainer Gibbah: „Wir treffen auf einen Gegner, der einen richtig gefährlichen Ball spielt. Unsere Analysen zeigen, dass Wetschen in den vergangenen Spielen viele klare und gut herausgespielte Torchancen liegen gelassen hat – ansonsten hätten sie deutlich mehr Zähler auf dem Konto. Das bedeutet auch, dass sie unter Druck stehen und unbedingt punkten müssen. Uns erwartet daher eine echte Mammutaufgabe – nicht nur sportlich, sondern vor allem auch im Kopf.
Unser Coach ist aber guter Dinge für die morgige Partie: „Ich bin mir sicher, dass meine Jungs wissen, worum es geht, und mit der richtigen Einstellung in das Spiel gehen werden."
In der Hinrunde hatte der LSK vor genau einem halben Jahr mit 2:0 (1:0) das bessere Ende für sich. Nach einer dominanten Anfangsphase und einem frühen Treffer von Tomek Pauer (4.) folgten später bange Minuten, ehe Marian Kunze in der Nachspielzeit Mannschaft und mitgereiste Fans erlöste.
Vier LSK-Stammspieler angeschlagen
Zur personellen Lage beim LSK kann Gibbah Folgendes berichten: „Gerade in den kommenden Wochen sind wir auf unseren gesamten Kader angewiesen. Unsere Stammkräfte Marian Kunze, Paul Knacke, Wilson Pinto Coelho und Tom Muhlack sind angeschlagen und konnten teilweise nur individuell trainieren. Dass alle vier in der Startelf stehen, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Wir sind aber überzeugt, dass die anderen Jungs ihre Chance nutzen und einen richtig guten Job machen werden. Malte Meyer könnte wieder in den Kader rücken – hier müssen wir das Abschlusstraining abwarten. Auch Oke Wilke ist wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Jona Prigge wird uns hingegen an diesem Wochenende noch fehlen."
Alle anderen Spieler sind entschlossen, den Schalter schnell von Pokal auf Punktspiel umzulegen und Samstag drei Punkte zu holen!
Text: Thomas von Randow





