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LSK gastiert beim heimlichen Spitzenreiter

Sonntag schweres Auswärtsspiel in Wilhelmshaven

Artikel vom 31. Oktober 2026

Der Vorbericht wird präsentiert von:

    Und wieder grüßte das Murmeltier. Auch im elften Anlauf war unseren Jungs in der Oberliga Niedersachsen kein Sieg vergönnt. Ein mageres Pünktchen konnte durch das 0:0 bei Schlusslicht SV Drochtersen/Assel II, die sich gerade mit Ex-Profi-Torjäger Moritz Göttel verstärkt haben, auf der Habenseite verbucht werden. Zum Verlassen der Abstiegsplätze reichte das aber nicht.

    Nun folgt an diesem Sonntag um 15 Uhr (Jadestadion, Friedenstraße) der nächste Versuch, diese schwarze Serie endlich zu beenden. Gastgeber ist der SV Wilhelmshaven, Dritter der Tabelle und mit einem Nachholspiel in der Hinterhand sogar „heimlicher Spitzenreiter“. 
     
    „Mit Wilhelmshaven wartet eine der stärksten Mannschaften der Liga auf uns. Sie sind für mich ein klarer Aufstiegsfavorit und haben sich vor der Saison noch einmal namhaft verstärkt. Uns erwartet also eine extrem schwierige Aufgabe", weiß LSK-Trainer Tarek Gibbah.
     
    Und tatsächlich haben die Jadestädter ihren Kader im Sommer praktisch auf links gedreht. Nicht weniger als 20 Neuzugänge sind zu verzeichnen, im Gegenzug haben 23 Spieler den Verein verlassen. Besonders die Verpflichtung von Ex-Bundesliga-Profi Sebastian Polter(262 Spiele in 1. und 2. Liga mit 69 Toren) sorgte für Aufsehen.
     
    Dazu kamen mit David Schiller, Marvin Eilerts, Marten Schmidt, Kai Kaissis, Tobias Steffen, Tido Steffens und Dennis Engel gleich sieben Kicker vom Regionalligisten Kickers Emden an den Jadebusen. Damit wurden die Ambitionen des SVW deutlich unterstrichen, das Ziel lautet ganz klar Aufstieg in die Regionalliga.
     
    Hinter den Hausherren liegen bewegte Zeiten: 2014 wurde Wilhelmshaven aufgrund ausgebliebener Entschädigungszahlungen zum Zwangsabstieg aus der Regionalliga verurteilt. Weil der SVW keine Oberliga-Lizenz beantragt hatte, spielte man in der folgenden Saison auf Landes- und nach einem erneuten Abstieg 2016 nur noch auf Bezirksebene.
     
    Doch es ging auch wieder aufwärts: 2022 folgte der Aufstieg in die Landesliga und nur zwei Jahre später grüßte Wilhelmshaven als Oberligist, belegte in der vorigen Saison Rang 5. In der Winterpause befand sich das Team noch in aussichtsreicher Position im Kampf um den Regio-Aufstieg, doch 6 Pleiten in den ersten 7 Partien nach dem Restart ließen alle Träume platzen.
     
    In dieser Serie sieht es aber ganz danach aus, als könne die Mannschaft der angestrebten Rolle gerecht werden. Neben sieben Siegen und drei Unentschieden gab es nur eine (Heim-) Niederlage (0:1 gegen Spelle). Die anderen fünf Heimspiele gegen Bersenbrück, Vorsfelde, Drochtersen, Lohne und Hemmingen-Westerfeld wurden ausnahmslos gewonnen.
     
    Im Pokal erreichten die Schützlinge des neuen Trainers Bi Le Tran das Halbfinale, profitierten dabei aber auch von einer wohlgesonnenen Losfee, denn Wilhelmshaven musste dabei bisher „nur" die Bezirksligisten VfL Stenum (2:1) und STK Eilvese (3:1) ausschalten.
     
    Da rollt also ein ziemlich dicker Brocken auf unsere Schwarz-Weißen zu. Trotzdem ist Coach Gibbah weit davon entfernt, die Flinte vorzeitig ins Korn zu werfen: „Eigentlich ist es egal, auf wen wir treffen, wir gehen jedes Spiel mit dem klaren Ziel an, etwas Zählbares mitzunehmen. Dafür müssen wir defensiv kompakt stehen, die Zweikämpfe konsequent annehmen und unsere Chancen endlich nutzen. Wir haben in den vergangenen Wochen oft genug gezeigt, dass wir uns genügend Möglichkeiten erspielen, jetzt müssen wir uns dafür auch mal belohnen."
     
    In der vorigen Spielzeit konnte der LSK vier Punkte gegen den SVW verbuchen: In Wilhelmshaven sicherte Wilson Pinto Coelho mit seinem Treffer zum 1:1 in der Nachspielzeit einen Zähler, auf den Sülzwiesen wurde durch Tore von Nick Tappe und Tjark Dörr beim 2:1 die volle Ernte eingefahren.
     
    Personell kehren bei unseren Jungs Bo Weishaupt und Julien Gründker in den Kader zurück. Jonas Hartig und Mika Schönke fallen weiterhin verletzungsbedingt aus. Für Tjark Dörr kommt das Spiel wahrscheinlich noch zu früh. Wenn überhaupt, wäre aktuell nur ein Kurzeinsatz denkbar.
     
    Übrigens: Die Begegnung am Sonntag ist bereits das dritte Auswärtsspiel in Folge. Damit nicht genug, am 8. November steht auch noch die Fahrt zu Aufsteiger Hemmingen-Westerfeld an. Erst am 15. November (14 Uhr) kommen die Schwarz-Weißen gegen den Heeslinger SC dann hoffentlich wieder in den Genuss eines Spiels vor heimischer Kulisse.
     
    Text: Thomas von Randow
    Foto: Charlotte Hoppe